Der Beruf Mediengestalter/in und seine Möglichkeiten

Der Beruf Mediengestalter/in und seine Möglichkeiten

Wie werde ich Mediengestalter/in? Diese Frage bekomme ich ziemlich häufig gestellt, weshalb ich euch mit diesem Beitrag einmal genau erklären möchte, welche Wege es gibt und was hinter diesem Beruf steckt.

Es gibt wirklich einige Wege, weshalb es manchmal garnicht so leicht ist in diesem Dschungel an Informationen zurecht zu kommen und den Überblick zu behalten. Deshalb habe ich versucht, einmal kurz und verständlich aufzuschreiben, welche schulische und betriebliche Formen möglich sind.

Die schulische Ausbildung
Gestaltungstechnische/r Assistent/in

Fangen wir mal mit der schulischen Ausbildung an. Diese macht ihr wie ein Fachabitur auf einem Berufskolleg und dauert in den meisten Fällen so 2 Jahre. Hier werden euch alle nötigen Programme wie InDesign, Illustrator und Photoshop beigebracht und eure Zeichen Fähigkeiten perfektioniert – Ihr müsst die Programme also nicht vorher können. Um hier einen Platz zu bekommen, wollen die meisten Schulen eine Mappe mit verschiedenen Zeichnungen von euch um natürlich zu sehen, ob Kreativität in euch steckt. Falls sich jemand jetzt schon denkt ohje, das ist aber nicht so meine größte Stärke – keine Sorge. Das ist hier in diesem Punkt halt leider ein kleiner Nachteil. Ich zum Beispiel kann nicht wirklich gut Zeichnen, denn ich bin eher der grafische Mensch, der gerne Geometrie miteinander verbindet und Schriften kombiniert aber das alles am Computer. Nur weil jemand ausgezeichnet Zeichnen kann, heißt das ja noch lange nicht, das er ein Gespür für Typografie   und Anordnung hat. Aber das ist in dieser Ausbildung einfach ein Schwerpunkt der verlangt wird – Ihr müsst zeichnen können und wenn ihr meint, ihr könnt es noch nicht gut genug, dann heißt es einfach über. Ein Meister ist ja bekanntlich noch nie vom Himmel gefallen. Immerhin muss die Schule ja sehen ob ein gewisses Potential in euch schlummert. Große Tipps zur Bewerbung kann ich euch leider allerdings nicht wirklich geben, da ich auch nichts falsches schreiben möchte. Aber sollte hier jemand diesen Beitrag lesen, der vielleicht diesen Prozess schonmal mitgemacht hat, kann es ja gerne einmal in die Kommentare geschrieben werden.

 

Meine Pro's:

  • - Intensive Ausbildung und Aufbau von Grundkenntnissen
  • - Verschiedene Zweige können ausgewählt werden (geht man eher in die Bild- und Ton Richtung oder in die Grafik)- Realschulabschluss nötig- Perfekt um sich erstmal zu orientieren und um zu gucken ob der Beruf für einen wirklich später noch was ist.

 

Meine Contras:

  • Danach sofort eine Festanstellung zu bekommen, ist schwieriger, da man in den meisten Fällen kaum bis gar keine Berufserfahrung hat und diese meist verlangt wird. Anschließend folgt deshalb oft erst noch eine betriebliche Ausbildung von 2-3 Jahren. Hier hat man allerdings im Bewerbungsverfahren schon bessere Chancen als jemand, der noch gar nichts in diese Richtung gemacht hat, da man die Grundkenntnisse bereits hat.

 

Die betriebliche Ausbildung

Ab hier wird jetzt ziemlich deutlich: Mediengestalter ist nicht gleich Mediengestalter. Hier gibt es 3 verschiedene Richtungen die ihr einschlagen könnt um in der Welt der Medien ein Fuß fassen zu können und eine davon fordert nicht einmal die große Kreativität. Hier einmal eine grobe Zusammenfassung der Fachrichtungen die gewählt werden können:

Fachrichtung Gestaltung und Technik

Hier ist eher der strukturierte Typ gefragt. Klare Abläufe und bereits feste Design-Rahmen sind hier in den meisten Fällen schon gegeben. Nehmen wir zum Beispiel mal einen Verlag. Hier gibt es ja bereits den konzipierten Rahmen, wie alles auszusehen hat – eurer Part hierbei ist es dann, die entsprechenden neuen Texte und Bilder so zu platzieren, wie es vorgegeben ist. Aber es kommt auch meist darauf an wie groß euer ausgewählter Betrieb ist. Dieser Fachbereich splittet sich aber auch noch einmal in zwei verschiedene Richtungen und zwar in Digital (Fokus auf Webseiten und Apps) und Print (Fokus auf Druckmedien).

Kurz zusammengefasst umfasst diese Richtung also folgende Aufgaben:

Ihr bekommt schon einen fertigen Gestaltungsrahmen vorgelegt (welche Schriften sollen eingesetzt werden, welche Farben....) und müsst anhand dessen, das gewünschte Medium wie einen Flyer, eine Anzeige und so weiter umsetzen. Druckdaten werden angelegt, überprüfen und Bilder passen dazu so aufbereitet, dass sie in den Druck gehen können – das kann tatsächlich in manchen Betrieben sogar eine der Hauptaufgaben sein. Beispiel-Betriebe für diesen Berufszweig sind unter anderem Druckereien, Verlage und große Agenturen.

 

Fachrichtung Konzeption und Visualisierung

Hier könnte ich tatsächlich am meisten drüber schreiben, da ich in diesem Zweig meinen Abschluss gemacht habe. Was direkt schonmal aufgefallen ist: wir waren die wenigsten in der Klasse. Am Anfang ist zumindest schulisch erstmal kein großer Unterschied zu Gestaltung und Technik zu merken, da man sowieso erstmal in einer Klasse ist. Erst im letzten Schuljahr wird der Unterricht nochmal Fachspezifisch gesplittet und vor allem in der Abschlussprüfung merkt man deutlich den Unterschied zwischen den verschiedenen Fachrichtungen. Ihr habt etwas mehr Arbeit vor euch aber ich muss sagen, mir persönlich hat die Abschlussarbeit echt spaß gemacht, weil es einfach genau das ist, was ich so gerne tue. Ihr müsst also zum Abschluss ein komplettes gestalterisches Konzept erstellen für ein Unternehmen das euch vom Prüfungsausschuss vorgegeben wird. Von festlegen der Farben und Schriften bis hin zur Zielgruppenanalyse, Bildrecherche und einem von euch ausgearbeiteten Corporate Design, liegt da auf jeden Fall ein wenig mehr Arbeit vor euch, als bei den anderen. Genau das beinhaltet dann auch die Aufgaben in eurem Betrieb. Ihr seid der kreative Kopf und seid dafür zuständig, die gestalterischen Grundlagen zu erstellen. Aus meiner Erfahrung heraus, hat man hier auch ein kleines bisschen bessere Chancen später in einer Festanstellung, da man nicht nur den Technischen Bereich beherrscht sondern auch das Konzeptionelle gut kann. Deshalb ist man hier am meisten dann in Agenturen gefragt.

Fachrichtung Beratung und Planung

Und hier haben wir ihn nun, den Bereich der Mediengestalter, der nicht 100% Kreativität fordert. Ich glaube, weil kaum jemand diesen Berufszweig kennt, gibt es auch deshalb so wenige davon. Bei uns in der Klasse war zumindest nur einer, der diese Fachrichtung hatte. Im Grunde sollt ihr später den Part mit dem Kundenkontakt übernehmen. Ihr Plant Budgets und Werbemittel und setzt euch mit dem Kunden zusammen um seine Außenkommunikation zu planen. Dadurch, das ihr natürlich auch Ahnung vom Fach haben müsst, sitzt ihr deshalb trotzdem mit in den Klassen der Mediengestalter um natürlich zu verstehen, wie denn alles so abläuft. Betriebe hierfür sind eigentlich bunt gemixt. Von großen Agenturen bis hin zu kleinen über Druckereien und Verlagen. Wer sich also für die Medienwelt an sich interessiert und gerne Kundenkontakt hat, für den würde ich sagen, ist das genau das Richtige. Auch hier fällt die Abschlussprüfung hinterher anders aus. Es muss auch ein Konzept geschrieben werden, aber eher in der Hinsicht auf die Planung einer Werbekampagne – sprich eher: "mit was für Werbemittel kommunizieren wir das Produkt nach außen?!" als: "wie soll das Produkt aussehen?!"..

 

Wenn ich euch also neugierig auf eine der Fachrichtung gemacht habe, dann schaut doch gerne nochmal bei den unten angefügten Links. Hier könnt ihr euch nochmal ausführlichere Infos zu allen Bereichen einholen.

Der Studiengang

 

Hier kenne ich mich tatsächlich am wenigsten mit aus. Aber ich kann euch mal die Sicht aus einem Betrieb erzählen, ob ein Designstudium für den Start die beste Wahl ist.. 

Die meisten denken ja nach dem Abitur muss erstmal studiert werden. Das ist natürlich auch nicht verkehrt, aber ich möchte euch trotzdem einmal ans Herz legen, das man nicht immer gleich bessere Chancen hat, wenn man studiert hat. Erst recht nicht direkt nach dem Abitur. Denn ihr müsst bedenken, ihr habt danach so gut wie keine richtige Berufserfahrung und das macht es den meisten Betrieben auch schon mal etwas schwerer. Im Grunde liegt es einfach daran, dass es schwer ist für den Betrieb, jemanden der vorerst nur Studiert hat, einzugewöhnen. Im Studium hat man natürlich auch ausreichend Projekte die man angehen muss und die auch gewiss eine menge Kreativität fordern. Hier aber das Contra: Die Arbeitswelt sieht völlig anders aus. Hier hat man vielleicht eine Woche Zeit für ein Projekt, was man im Studium in 3 Monaten perfektionieren kann, bis es einem gefällt. Bei einem Kunden muss man diese Perfektion ablegen können, denn was er möchte, dass muss auch umgesetzt werden. Der Grund des angelernten Perfektionismus und der dafür vorhandenen Zeitspanne ist also der, weshalb viele Betriebe vielleicht doch erstmal den fertigen Azubi nehmen. Denn wenn jemand schon mehr Berufserfahrung hat und weniger Geld zum einstieg verlangt, wieso sollte ein Betrieb dann jemanden mit einem Bachelor vorziehen, der erstmal eingewöhnt werden muss und oft auch größere Gehaltsvorstellungen hat!? Versteht mich nicht falsch, ich möchte das studieren auf keinem Fall schlecht reden und in vielen Bereichen macht es mehr als Sinn dies zu tun. Nur würde ich vielleicht nicht empfehlen, direkt damit einzusteigen, obwohl noch so gut wie keine Berufserfahrung dafür vorhanden ist. Es gibt immer Ausnahmen und andere Sichtweisen. Das ist jetzt quasi einfach mein Erfahrungsbericht wie ich es denn so in dieser "Medienwelt" beobachtet habe.

 

Hier noch die Links zu den ausführlichen Informationen der Berufszweige:

Gestaltungstechnische Assistenten:

Alle Fachrichtungen der Betrieblichen Ausbildung:

Studiengänge Design

 

Eure Judith.

 

 

 

 

 


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